Ratgeber·Technik·Veröffentlicht am ·Lesezeit ca. 5 Minuten

PageSpeed Insights: welche Zahl für Ihre Kanzlei-Website zählt

In Googles Test "PageSpeed Insights" fällt zuerst ein Kreis mit einer Zahl zwischen 0 und 100 ins Auge. Diese Zahl stammt aus einem simulierten Testlauf. Der Core-Web-Vitals-Bericht der Search Console beruht dagegen auf Felddaten, also auf echten Besuchen der letzten 28 Tage – und genau die fehlen, wenn eine Website wenig Verkehr hat. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie das Ergebnis trotzdem lesen und was daraus folgt.

Felix FischerAutor
Felix Fischer, Autor dieses Ratgebers – Wirtschaftsjurist und Performance-Marketer
  • 10 Jahre Online-Marketing-Praxis
  • Wirtschaftsjurist (LL.M.)
  • Google-Ads-zertifiziert

Zwei Messungen auf einer Seite

PageSpeed Insights vereint zwei verschiedene Messungen, und Google erklärt den Unterschied selbst (Dokumentation zu PageSpeed Insights):

  • Felddaten kommen von echten Besuchen mit dem Chrome-Browser, gesammelt über 28 Tage. Sie zeigen, wie Ihre Seite bei Mandanten tatsächlich lädt: auf deren Geräten, in deren Netz.
  • Labordaten entstehen in einem Testlauf unter festen Bedingungen. Daraus berechnet das Werkzeug Lighthouse (Google) den bekannten Wert: ab 90 gut, von 50 bis 89 verbesserungswürdig, darunter schlecht.

Der Testlauf eignet sich, um Ursachen zu finden. Echte Engpässe übersieht er nach Googles eigener Darstellung aber manchmal. Für die Frage, wie Mandanten Ihre Website erleben, zählen deshalb die Felddaten.

Drei Werte, die Google als gut ansieht

Die Felddaten verdichten sich zu drei Core Web Vitals. Google nennt für jeden Wert feste Schwellen und misst am 75. Perzentil: Mindestens drei von vier Besuchen müssen die Schwelle schaffen, damit der Wert als gut gilt (Google Search Central).

Die drei Core Web Vitals mit Googles Schwellenwerten für gut und schlecht
WertWas er misstGutSchlecht
LCPbis das größte Element sichtbar istbis 2,5 süber 4 s
INPwie schnell die Seite auf Tippen und Klicken reagiertbis 200 msüber 500 ms
CLSwie stark Inhalte beim Laden verrutschenbis 0,1über 0,25

Die Abkürzungen stehen für Largest Contentful Paint, Interaction to Next Paint und Cumulative Layout Shift. Zwischen „gut“ und „schlecht“ liegt jeweils der Bereich, den PageSpeed Insights als verbesserungswürdig markiert.

Wenn PageSpeed keine Felddaten anzeigt

Bei einer Kanzlei-Website mit überschaubarem Verkehr ist das kein Fehler. Google braucht für Felddaten eine Mindestzahl echter Besuche. Fehlen sie für eine einzelne Seite, greift PageSpeed Insights auf die gesamte Domain zurück; reicht auch das nicht, erscheinen gar keine Felddaten. Der Core-Web-Vitals-Bericht der Search Console meldet in diesem Fall „Keine Daten verfügbar“ (Search-Console-Hilfe).

Dann bleiben die Labordaten – als Hinweis, nicht als Urteil. So holen Sie das meiste aus ihnen heraus:

  1. Prüfen Sie zuerst die Ansicht für Mobilgeräte.
  2. Testen Sie nicht nur die Startseite, sondern auch Ihre wichtigste Rechtsgebiets- oder Leistungsseite und die Kontaktseite. Dort entscheidet sich die Anfrage.
  3. Wiederholen Sie den Test zwei- bis dreimal und vergleichen Sie: Ein einzelner Lauf ist eine Momentaufnahme.
  4. Lesen Sie die Diagnosen unter dem Wert. Sie nennen, welche Datei wie viel Zeit kostet.

Was eine Kanzlei-Website bremsen kann

Viele Ursachen stecken in wenigen Bausteinen. Diese vier lohnen den ersten Blick:

  • Fotos. Ein Teamfoto direkt aus der Kamera wiegt schnell mehrere Megabyte. Auf die Website empfehle ich ein modernes Format wie WebP oder AVIF und in die Größe, in der es tatsächlich angezeigt wird. Steht es im Kopf der Seite, bestimmt es schnell den LCP.
  • Schriften. Jeder Schriftschnitt ist eine eigene Datei, und eine spät geladene Schrift kann Text verrutschen lassen. Für eine Kanzlei-Website reichen in der Regel wenige Schnitte, am besten von der eigenen Domain geladen.
  • Eingebettete Dienste. Karte, Video, Bewertungs- oder Termin-Widget holen eigene Dateien von fremden Servern, teils mehr als die eigentliche Seite. 1. Beachten Sie eventuell entgegenstehende Datenschutzerfordernisse. 2. Laden Sie solche Dienste, wenn möglich, erst, wenn jemand sie öffnet.
  • Der Cookie-Hinweis. Er erscheint vor allem anderen. Schiebt er beim Einblenden Inhalte nach unten, steigt der CLS; reagiert er träge, leidet der INP.

Wie leicht kann eine Kanzlei-Website sein? Auf der Technik-Seite lege ich offen, wie viel eine Seite bei mir überträgt, worauf ich dafür verzichte und wie Sie das mit PageSpeed Insights selbst nachmessen.

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Wie viel Gewicht hat das Tempo bei Google?

Google sagt dazu zweierlei. Die Core Web Vitals fließen in die Ranking-Systeme ein, ein einzelnes Signal für die Seitenerfahrung gibt es aber nicht. Und die Suche stellt immer die Relevanz voran: Sie zeigt die passendsten Inhalte auch dann, wenn deren Seitenerfahrung schwächer ist. Erst wo viele hilfreiche Seiten zur Auswahl stehen, kann eine gute Seitenerfahrung den Ausschlag mitgeben (Google Search Central).

Für Kanzleien heißt das: Tempo ersetzt keine Antworten auf Mandantenfragen. Es hilft, dass diese Antworten auch auf dem Smartphone zügig ankommen – gerade dann, wenn jemand mit einer laufenden Frist sucht.

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Häufige Fragen zu PageSpeed Insights

Was ist ein guter PageSpeed-Wert?

Beim Laborwert von PageSpeed Insights gelten 90 und mehr als gut, 50 bis 89 als verbesserungswürdig und alles darunter als schlecht. Wichtiger sind die Felddaten: Dort gilt eine Seite als gut, wenn bei drei von vier Besuchen das größte Element nach höchstens 2,5 Sekunden steht, die Seite in höchstens 200 Millisekunden reagiert und kaum verrutscht.

Warum zeigt PageSpeed Insights für meine Website keine Felddaten?

Weil es zu wenige echte Besuche mit Chrome gibt, um verlässliche Werte zu bilden. PageSpeed Insights weicht dann auf die gesamte Domain aus; reicht auch das nicht, bleiben nur die Labordaten. Bei kleineren Kanzlei-Websites ist das nicht ungewöhnlich.

Wie kann ich die PageSpeed meiner Kanzlei-Website verbessern?

Beginnen Sie mit den Diagnosen unter dem Laborwert. Häufige Ansatzpunkte sind Fotos in passender Größe und modernem Format, wenige Schriftschnitte, eingebettete Dienste, die erst auf Klick laden, und ein Cookie-Hinweis, der keine Inhalte verschiebt. Danach mobil erneut messen.

Verbessert eine schnellere Website das Google-Ranking?

Eine Garantie gibt es nicht. Google nutzt die Core Web Vitals in seinen Ranking-Systemen, stellt aber die Relevanz an die erste Stelle. Eine gute Seitenerfahrung kann dort mitentscheiden, wo mehrere Seiten eine Frage ähnlich gut beantworten.

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